Preis der deutschen Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz 2014

Klimaschutz profitiert von cleveren Energieeffizienz-Projekten

Fünf Preisträger in vier Kategorien aus zwei Ländern hat die ASUE - Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. mit dem Preis der deutschen Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz unter dem Beifall der Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bei der Preisverleihung im Auditorium Friedrichstraße in Berlin ausgezeichnet.

ASUE-Präsident Dr. Ludwig Möhring verlieh den Preis unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Dr. Barbara Hendricks.

"Die Energiewende kann gelingen, wenn wir technologieoffen nach Lösungen für mehr Klimaschutz suchen. Dies ist nicht nur eine Frage von Investitionen, sondern zuallererst von Innovation. Gerade Technologien, die auf Erdgas setzen, können eine entscheidende Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund haben uns die eingegangenen Vorschläge mit ihrer Vielseitigkeit und Effizienz in Bezug auf Energieeinsparung und Klimaeffizienz beeindruckt", zeigt sich Dr. Ludwig Möhring begeistert. Weiter führt er aus: "Unser alle zwei Jahre stattfindender Wettbewerb bringt regelmäßig neue Impulse für Lösungen zum Wohle des Klimaschutzes und der Ressourcenschonung, mit denen die Gaswirtschaft ihren Platz als Eckpfeiler für eine erfolgreiche Energiewende demonstriert."

Der alle zwei Jahre verliehene Preis der deutschen Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz wurde bereits zum 18. Mal gemeinsam mit dem BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.), dem DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.), der dena (Deutsche Energie-Agentur GmbH) und Zukunft ERDGAS vergeben.

Preis in der Kategorie Produkte: 
KKU Concept für die Gasmotorwärmepumpe mit integriertem Wärmetauscher

KKU Concept GmbH, Marl, und das Partnerunternehmen Yanmar (Osaka, Japan) sind spezialisiert auf ressourcenschonende Heiz- und Kühllösungen. Die gemeinsam entwickelte Gasmotorwärmepumpe mit integriertem Wärmetauscher ermöglicht es, die Außeneinheit direkt an ein wasserführendes System anzuschließen. Die Gasmotorwärmepumpe kann die Heiz- und Kühlleistung modulierend anpassen und sie in einem Wassertemperaturbereich von + 6 °C bis + 50 °C direkt an das Wassernetz überführen. Bei einer Heizleistung von 65 kW und einer Kälteleistung von 71 kW beträgt die elektrische Leistungsaufnahme der Gasmotorwärmepumpe beim Kühlen 1,66 kW und beim Heizen 1,51 kW. Während ein Motorwartungsintervall 10.000 Betriebsstunden ausmacht, ist ein Motorölwechsel erst nach 20.000 Betriebsstunden erforderlich. Das ausgezeichnete Gerät ist auf Weiterentwicklung ausgelegt: Höhere Leistungsklassen und der Einsatz des klimafreundlichen Kühlmittels Propan stehen bereits auf der Agenda.

Die Jury zeichnet mit diesem Projekt eine innovative und zugleich zukunftsfähige Lösung zur effizienten Kälte- und Wärmeerzeugung aus.

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Preis in der Kategorie Energiekonzepte:
EFG Erdgas Forchheim für die Umsetzung des Energienutzungsplans der Stadt Forchheim in die Praxis – Wärmelösung für ein Neubaugebiet

Gemeinsam mit der Hochschule Amberg-Weiden hat das Unternehmen EFG Erdgas Forchheim GmbH, Forchheim, in ihrer Heimatstadt ein Nahversorgungskonzept entwickelt, das eine ortsnahe Energieerzeugung und -nutzung und damit verbundene Synergien wie Abwärmenutzung ermöglicht. In der Landwirtschaft der Region gewonnenes Bio-Erdgas wird lokal für die kombinierte Wärme- und Stromversorgung eingesetzt. Mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW), das mit einer Leistung von 50 kWel sowie 81 kWth Laufzeiten von nahezu 7.000 Stunden pro Jahr erreicht, und zwei Gasbrennwertkesseln mit je 370 kW werden 48 Reihenhäuser und fünf Mehrfamilienhäuser mit Wärme versorgt. Der mit dem BHKW erzeugte Ökostrom (340 MWh pro Jahr) wird größtenteils im Quartier genutzt und die Abwärme in das Heizungssystem eingespeist. So lassen sich jährlich rund 400 t CO2 einsparen.

Die Jury zeichnet mit diesem Projekt ein Vorhaben aus, das lokale Wertschöpfung erfolgreich mit klimaverträglichem Wohnen verbindet und für die Stadt Forchheim Vorbildfunktion einnimmt.

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Preis in der Kategorie Wissenschaft, Preisträger 1:
HTWK Leipzig für ein energiesparendes dezentrales Energie-Versorgungssystem (EDEV)

Die Nutzung regenerativer Energien kombiniert mit dezentralen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) einschließlich integrierter Energiespeicher zeichnet das von der Fakultät Maschinenbau und Energietechnik entworfene Energieversorgungskonzept für Wohnquartiere aus. Die über gegenwärtige Versorgungsangebote hinausgehende und anlagenübergreifende Optimierung wird von einem hierfür programmierten Energiemanager mit intelligentem Regelalgorithmus gesteuert. Dabei werden historische Verbrauchsdaten und Wetterprognosen mit in die Regelung einbezogen und tragen somit zu einer spürbaren Reduzierung des Primärenergieverbrauches und somit der Energiekosten bei. Das modular aufgebaute EDEV-Konzept soll auch in energieintensiven Unternehmen und anderen Gebäudestrukturen zum Einsatz kommen. Ziel ist es, die Eigenstromnutzung kontinuierlich auf bis zu 100 % zu erhöhen. EDEV ist dabei das intelligente Steuerungs- und Verbindungsglied zwischen Gebäudenutzern, die zugleich als Energieverbraucher und -produzenten (Prosumer) in das Versorgungskonzept eingebunden sind.

Die Jury zeichnet mit diesem Projekt einen nachhaltig wirkenden, systemübergreifenden Planungsansatz für die zukünftige Gebäudeenergieversorgung aus.

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Preis in der Kategorie Wissenschaft, Preisträger 2:
ETH Zürich für den Erdgas-Diesel-Hybrid-Motor

Durch die optimale Kombination eines hocheffizienten Erdgas-Diesel-Motors mit elektrischer Hybridisierung ist es dem Institut gelungen, ein Antriebsaggregat zu konzipieren, das durch seine signifikant reduzierten CO2-Emissionen überzeugt. Der Erdgas-Diesel-Motor wird zu über 90 % mit Erdgas betrieben, sodass ein Emissionswert von 56 g CO2/km erreicht wird. Die Praxisnähe dieser Entwicklung zu eingeführten Antriebstechnologien lässt eine kostengünstige Überführung in die Serienproduktion erwarten.

Die spezifisch für den Erdgas-Diesel-Hybrid-Motor entwickelte elektronische Regelung ist die Schlüsseltechnologie für die hoch-effiziente und abgasarme Verbrennung mit einem maximalen Wirkungsgrad von 39,6 %. Sie macht auch eine aufwändige und teure Abgasnachbehandlung zur Reduktion der Stickoxide entbehrlich, lediglich ein auf Erdgas optimierter Drei-Wege-Katalysator ist erforderlich. Das Konzept zeichnet sich folglich durch die Reduzierung von herkömmlichen Luftschadstoffen bei gleichzeitiger Minimierung der klimarelevanten Emissionen aus.  

Die Jury zeichnet mit diesem Projekt eine Entwicklungsleistung mit Alleinstellungsmerkmal hinsichtlich der Kombination hoch entwickelter Antriebstechnologien mit intelligenter Regelungstechnik aus.

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Preis in der Kategorie Mobilität & Verkehr:
IVECO Magirus AG für die Sattelzugmaschine "StralisAT 440 S 33 T/P" mit C-LNG-Antrieb  

Die konsequente Weiterentwicklung der auf Erdgasantrieb basierten Lkw-Konzepte hin zu einem Fahrzeug mit LNG-Antrieb für den schweren Verteilerverkehr ist aufgrund seiner EU-weiten Zulassung ein Vorreiter im Transportsektor. Verflüssigtes Erdgas (LNG) stellt seine Anwendungsvorteile wegen seiner hohen Energiedichte gegenüber normal komprimiertem Erdgas (CNG) auch für Nutzfahrzeuganwendungen über längere Distanzen unter Beweis. So wird die für einen wirtschaftlichen Betrieb bedeutsame Reichweite von ca. 700 Kilometern nun mit den bekannten Umweltvorteilen des Erdgasantriebs hinsichtlich der Luftschadstoffe als auch des Lärms zu einem Gesamtkonzept miteinander vereint. Der der EU-Abgasnorm Euro VI entsprechende Motor leistet 330 PS und ist somit eine Alternative für herkömmliche Nutzfahrzeuge in der Klasse von 18 bis 40 Tonnen Gesamtgewicht.  

Die Jury zeichnet mit diesem Projekt ein Antriebskonzept für Lkw im Schwerlastverkehr aus, das durch den Einsatz von verflüssigtem Erdgas (LNG) außerordentliche Nutzungs- und Umweltvorteile miteinander vereint.

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